Wie man sich beim Fotografen unbeliebt macht – Teil 3

Oder: Warum man meine Bilder nicht einfach zuschneiden sollte (auch wenn der Hund da „so süss schaut“) 🐶

Neulich wieder passiert:
„Dina, darf ich das Foto für den Klubkalender verwenden?“
Klar!
„Ich hab’s nur ein bisschen zugeschnitten…“

Aha. Nur ein bisschen.
So wie:

  • „Ich hab nur ein bisschen Salz ins Dessert getan.“
  • „Ich hab nur ein bisschen den Hund geschoren.“

Klingt harmlos. Geht meistens schief. Immer.

Und der Kunde denkt: „Ach, nur ein bisschen zuschneiden…“ 🙄
Leute, wenn das jetzt in den Kalenderdruck geht, landen die Ringe vermutlich mitten auf dem Kopf. Genau da, wo der Hundehirn-Charme am schönsten ist.
Mein Logo? Ha! Vergiss es. Bei so einem Zuschnitt ist von meinem Werk sowieso nichts mehr übrig – also habe ich mich artig zurückgehalten und nur leise in mich hineingekichert. 😏


Der Bildschnitt ist kein Zufall

Und genau deshalb ist der Bildschnitt für mich kein Nebensache. Ich drücke nicht einfach ab und hoffe, dass schon irgendwas drauf ist.
Ich denke über Linien nach, Licht, Tiefe, Hintergrund – und ja, über den Bildschnitt.
Ich lege mich in den Dreck, klettere auf Steine, warte auf Wolken, Wind – manchmal sogar auf eine kleine Eingebung vom Universum.
Und wenn’s dann endlich passt, drücke ich auf den Auslöser.

Und dann kommt jemand und schneidet das Foto so zu, dass gerade noch der Hund drauf ist –
aber keine Tiefe, keine Landschaft, kein Gefühl mehr.

Das ist, als würde man von einem Monet nur die Seerose ausschneiden, die einem gefällt.
Oder Picasso sagen: „Der blaue Arm reicht mir.“

Kann man machen.
Aber dann ist es halt nicht mehr sein Werk. Und auch nicht mehr meins.

Okay, vielleicht ist der Vergleich mit den grossen Künstlern ein bisschen hochgegriffen.
Aber der Schmerz?
Der ist real. So real wie dein Hund, der gerade deinen frisch gebackenen Kuchen geklaut hat.


Ich liebe Hunde. Aber auch Komposition.

Wenn jemand bei der Shooting-Besprechung sagt:
„Ich will meinen Hund in der Landschaft“ –
dann hüpft mein Fotografenherz.
(Hüpft schneller als jeder Welpe beim Leckerli, für alle, die’s genauer wissen wollen.)

Dann wandern wir drei Stunden durch den Alpstein,
suchen Licht, Farben, Stimmung –
und ich fange eure Geschichte ein.

Nicht nur Fell und Nase.
Wenn man danach aber alles wegschneidet, was Landschaft ist,
dann bleibt einfach… ein Hund. Punkt.

Ganz ehrlich? Dann hätt’s auch ein klassisches Wiesen-Shooting getan.
(Weniger Aufwand, weniger nasse Knie, mehr Zeit für meine eigenen Hunde. Und günstiger wäre es auch gewesen. 😉)


Und dann ist da noch das Logo…

Das betrifft vor allem Fotos von Hundeveranstaltungen – egal ob Show, Rennen oder sonst ein Sportanlass.

Ich renne, knie, liege, schwitze, fahre zig Kilometer hin und zurück,
fotografiere fliegende Ohren, wedelnde Schwänze und stolze Frauchen & Herrchen,
und verbringe danach noch Stunden mit Sichten, Sortieren und Optimieren.

Dafür gibt’s ein kleines Entgelt – das deckt die Spesen, aber sicher keinen fairen Stundenlohn.
Kurz: Es ist mein persönliches Sponsoring.

Ich mach das, weil ich den Sport liebe.
Und weil ich mich jedes Mal freue, wenn sich jemand über die Bilder freut.

Und dann sehe ich wieder eins meiner Fotos:

  • Ohne Logo.
  • Oder mit halbem Logo.
  • Oder so knapp geschnitten, dass mein Name irgendwo zwischen Hundepfote und Himmel hängt.

Leute, das ist kein Deko-Element.
Das ist meine Signatur.
Mein „Hier war ich“-Sticker.

Wenn dir der Zuschnitt nicht gefällt,
oder du findest, dass der andere Hund weg muss –
oder die Faxen der Konkurrenz zu wild sind 😉 –
dann sag mir das einfach.

Ich passe den Schnitt gern an.
Aber bitte schneide nicht selbst wahllos zu –
das ist etwa so charmant wie ein halb abgeschnittener Hundeschwanz im Bild.


Ich weiss – es ist meistens gut gemeint

Ich verstehe euch ja.
Ihr wollt euren Hund im Mittelpunkt.
Ihr wollt das perfekte Bild für den Kalender oder den Bilderrahmen.
Alles okay.

Aber bitte: Fragt vorher.
Ich beisse nur in mein Grafiktablett, nicht in euch.

Ich möchte einfach nicht, dass mein Name auf einem Bild steht,
das gar nicht mehr mein Werk ist.


Mein Fazit

Wenn du willst, dass dein Fotograf dich (und deinen Hund) liebt:
🐾 Frag, bevor du schneidest.
🐾 Lass den Filter im Schrank.
🐾 Und glaub mir: Ein gutes Bild braucht keinen zusätzlichen Beschnitt, um zu wirken.

Ich hab’s schon so gestaltet, dass alles passt –
mit Herz, Hirn und (meist) nassen Knien.

❤️ Danke an alle, die meine Bilder so zeigen, wie ich sie gemeint habe.
Ihr seid der Grund, warum ich das mache.
Und für euch knie ich gern wieder in den Matsch.

«Nur ein bisschen zugeschnitten» … hätte Monet sicher auch gefreut.
Kunst verliert, wenn man ihr den Rand nimmt – genauso wie meine Fotos.

Du möchtest wissen, wie du dich beim Fotografen weiter unbeliebt machen kannst? Dann lese Teil 2:

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