Ich gestehe es offen: Ich bin ein bekennender Morgenmuffel. Der Gedanke, morgens vor dem ersten Kaffee aus den Federn zu springen, lässt mir normalerweise einen leisen Schauer über den Rücken laufen. Doch es gibt einen einzigen Grund, der mich tatsächlich dazu bringt, den Wecker auf eine unchristliche Uhrzeit zu stellen und mich mit Kamera und Hund auf den Weg zu machen: das magische Licht des Sonnenaufgangs.

Diese besondere Zeit nennt man nicht umsonst die „goldene Stunde“. Es ist der Moment, in dem die Sonne tief am Horizont steht und die Welt in ein warmes, goldenes Licht taucht. Diese Stunde gibt es zweimal am Tag: einmal am Morgen und einmal am Abend. Doch als Hundefotografin ziehe ich den frühen Morgen vor. Warum? Ganz einfach – die goldene Stunde am Abend hat zwar auch ihren Reiz, aber das Licht verschwindet oft schneller, als man „Sitz“ sagen kann. Und plötzlich steht man da, mit einem übermütigen Hund, der die ganze Zeit brav war, und es ist zu dunkel, um die perfekte Aufnahme zu machen.

Tagsüber, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, sieht die Sache wieder ganz anders aus. Das grelle Licht wirft harte Schatten auf die Hunde, was alles andere als schmeichelhaft ist. Da entstehen dann diese typischen „Pandaaugen“, die keiner mag. Natürlich gibt es Tricks, um das zu umgehen – etwa an bewölkten Tagen oder im Schatten zu fotografieren. Aber ehrlich gesagt: Nichts kann das weiche, schmeichelnde Licht der goldenen Stunde ersetzen.
Fotografieren ist «Malen mit Licht».
Fotografieren ist im Grunde „Malen mit Licht“. Und das schönste Licht gibt uns die Natur eben in diesen besonderen Stunden. Wenn der Morgen erwacht und die Welt noch in stiller Ruhe liegt, oder am Abend, kurz bevor die Nacht hereinbricht. Doch am Morgen hat man einfach etwas mehr Zeit, um das perfekte Bild einzufangen, bevor das Licht wieder verschwindet. Deshalb lohnt es sich, die Schlummertaste zu ignorieren und die frühe Stunde voll auszukosten.

Und falls du dir jetzt Sorgen machst, dass der Morgenmuffel in mir noch verschlafen am Set ankommt – keine Sorge! Spätestens wenn ich das magische Licht sehe, den Hund das erste Mal knuddle und die Kamera in der Hand halte, sind auch meine Lebensgeister hellwach und ich bin voller Energie, um die besten Momente mit deinem Vierbeiner festzuhalten.
Also, wenn du mich das nächste Mal hörst, wie ich über das frühe Aufstehen stöhne, erinnere mich bitte daran, dass es sich lohnt. Denn die schönsten Momente mit deinem Hund fängt man am besten ein, wenn die Welt noch ganz still ist und das Licht sanft die Erde küsst.
Mit einem Lächeln (und vielleicht einem grossen Becher Kaffee in der Hand),
Dina, deine Hundefotografin
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