Warum meine Bilder Geld kosten – und was dahinter steckt

Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen meiner Arbeit als Hundefotografin

Immer wieder werde ich nach Hunde-Events gefragt, ob man die Fotos „nicht günstiger“ oder „einfach unbearbeitet“ haben kann. Manche stellen die Frage direkt, andere lassen lieber hinter meinem Rücken durchblicken, dass meine Preise angeblich „übertrieben“ seien – teilweise sogar aus meinem Bekanntenkreis.

Darum ist es Zeit für einen offenen, ehrlichen Einblick. Denn Fotografie ist mehr als nur „ein bisschen knipsen“ – es ist Arbeit. Viel Arbeit. Und professionelle Arbeit darf, soll und muss auch etwas kosten.


Mein Wochenende – kein freier Tag, sondern ein voller Einsatz

Wenn andere am Wochenende ausschlafen, mit ihren Hunden eine entspannte Morgenrunde drehen oder einen gemütlichen Tag verbringen, klingelt bei mir der Wecker oft um 5:00 Uhr.

Warum?
Weil ich meist um 08:00 Uhr am Event sein muss – manchmal zwei Stunden pro Weg, je nach Ort. Während sich andere gerade den zweiten Kaffee gönnen, stehe ich auf einem Hundeplatz, in einer Halle oder knie im Matsch, Kamera im Anschlag.

Ob draussen bei praller Sonne, Regen und Wind – oder drinnen mit schwierigen Lichtverhältnissen: Ich arbeite den ganzen Tag durch. Und wenn ich im Trockenen stehe, heisst das nicht, dass es einfacher ist – denn dann wartet zuhause ein grosser Mehraufwand fürs Entrauschen und Bearbeiten der Bilder.

Und ganz ehrlich: Während viele Angestellte, die am Wochenende arbeiten, oft einen Wochenendzuschlag bekommen, arbeite ich ohne Extras. Meine Hunde sind zuhause – und oft ist mein Mann mit der Betreuung allein. Das ist ein weiterer Aspekt, den man im Blick haben sollte.


Die Technik – keine Spielzeuge, sondern Investitionen

Meine Ausrüstung ist kein Hobby-Zubehör. Sie ist mein Werkzeug, auf das ich mich verlassen muss – und das kostet:

  • 📷 Kamera: 5000 CHF (plus Backup-Kamera)
  • 📷 Objektiv (z. B. für Sportaufnahmen): 2800 CHF
  • 🌧️ Regenschutz für Kamera: 200 CHF
  • 🔋 Akkus (je ca. 100 CHF pro Stück, mehrere im Einsatz)
  • 💾 Speicherkarten: ca. 300 CHF
  • 💽 Externe Festplatten zur Datensicherung: mehrere hundert CHF jährlich

Dazu laufende Kosten:

  • 💻 Laptop und professionelle Bearbeitungssoftware
  • 🌐 Hosting der Online-Galerie und Website
  • 📈 Weiterbildung, Schulungen und Fachliteratur
  • 🔋 Strom, Steuern, Versicherungen, Sozialabgaben
  • 🐶 Und nicht zu vergessen: Meine 7 eigenen Hunde, die an solchen Tagen zurückstecken müssen

Nach dem Event fängt die Arbeit erst richtig an

Wenn ich nach einem langen Tag nach Hause komme, beginnt Teil zwei: Sicherung, Sichtung, Auswahl und Bearbeitung.

  • mehrere Tausend Fotos werden sortiert
  • die besten Bilder bearbeitet
  • hochgeladen, katalogisiert und in eine Galerie gestellt
  • individuelle Wünsche und Fragen beantwortet
  • Rechnungen geschrieben und Zahlungseingänge überprüft

Und ja – das alles dauert. Und kostet. Vor allem: Zeit.


Meine Preise – fair und transparent, so sieht das in der Praxis aus

Ich verschenke gerne ein bearbeitetes Foto an die Erstplatzierten eines Events – das ist mein persönlicher Beitrag zur Freude am Hundesport. Oft sponsere ich auch den Veranstalter mit Gratisbildern für die Rangierten oder den Webauftritt. Das mache ich gerne – aber es ist ein Geschenk, kein Geschäftsmodell.

Für alle anderen gelten faire Konditionen. Zum Beispiel:

  • 1 Event-Foto im Webformat: 15 CHF
  • 1 Event-Foto im Web- & Printformat (hohe Auflösung): 25 CHF

Diese Preise sind bewusst moderat gehalten, um Erinnerungen für möglichst viele erschwinglich zu machen – aber gleichzeitig spiegeln sie den Aufwand wider, den ich investiere.


Kuriositäten aus der Bearbeitungspraxis

Manchmal bekomme ich auch ungewöhnliche oder überzogene Wünsche. Zum Beispiel, dass ich für 15 CHF „gleich noch die Rute austauschen“ oder „die Ohrenhaltung ändern“ soll – quasi einen perfekten Hund „bauen“.

Sorry, so funktioniert professionelle Fotografie nicht – und auch nicht meine Berufsethik.

Ich bearbeite die Bilder mit Sorgfalt, Liebe zum Detail und dem Ziel, die natürliche Schönheit und den Charakter des Hundes einzufangen. Aber ich bin keine KI, die Realität verbiegt, nur weil es billiger sein soll.


Warum ich keine unbearbeiteten Bilder abgebe

Ich gebe grundsätzlich keine unbearbeiteten Bilder ab.
Nicht aus Boshaftigkeit – sondern weil ich zu meiner Arbeit stehe.
Was ich abgebe, soll meinen Qualitätsansprüchen genügen. In der Galerie sind bereits alle technisch und gestalterisch gelungenen Bilder enthalten. Wenn du dort kein passendes Bild findest, dann gibt es schlicht kein weiteres besseres. Verschwommene, unbrauchbare oder halbfertige Aufnahmen gehören nicht zu meinem Angebot – auch nicht auf Anfrage.


Und ja – ich mache auch klassische Shootings

Die Eventfotografie ist nur ein Teil meiner Arbeit. Viele Wochenenden sind auch durchgeplant mit Einzelshootings – also mit Menschen, die gezielt ein professionelles Shooting mit ihrem Hund buchen.

Auch hier gilt: Planung, Anfahrt, Betreuung vor Ort, Shooting, Auswahl und Bearbeitung der Bilder kosten Zeit – und verdienen eine faire Entschädigung.

Egal ob Rennen, Ausstellung oder Einzelshooting:
Meine Bilder sind keine Zufallsprodukte – sie entstehen mit Herzblut, Erfahrung, Wissen, Technik und Engagement.


Was bleibt?

Freude. Erinnerungen. Bilder mit Herz.
Aber: Keine Bezahlung für die investierte Zeit, keinen Stundenlohn, keinen Gewinn.
In vielen Fällen verdiene ich damit weniger als eine Reinigungskraft – bei deutlich höherem Einsatz, Verantwortung und Materialkosten.

Ich mache das trotzdem.
Weil ich Hunde liebe.
Weil ich Menschen eine Freude machen will.
Aber bitte: Erwartet nicht, dass ich mich dafür auch noch rechtfertigen oder verbiegen muss.

Danke an alle, die das verstehen – und meine Arbeit wertschätzen. ❤️
Dina


Nachtrag:
Zum Glück gibt es sie auch – die anderen. Die Dankbaren. Die mir ein Jahr später mit glänzenden Augen erzählen, dass sie dieses eine Bild vom letzten Event auf A3 Aludibond haben drucken lassen und es jetzt über dem Sofa hängt.
Solche Begegnungen sind mein „Warum“. Ohne diese Menschen – die meine Arbeit sehen, schätzen und sich ehrlich darüber freuen – würde ich das längst nicht mehr machen. Danke, dass ihr mich weitermachen lasst. ❤️


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4 thoughts on “Warum meine Bilder Geld kosten – und was dahinter steckt

  1. Michel Affolter says:

    Liebe Dina, bravo zu diesem Post! Es spricht uns Fotografen aus dem Herzen🙂

    Antworten
    1. Dina Untersee says:

      Danke dir herzlich, Michel!
      Zum Glück sind da noch die anderen, die dankbaren. Die, die ein Jahr später auf einen zukommen und erzählen, dass das eine Bild vom Vorjahr in A3 Alu-Dibond über der Couch hängt. Diese Menschen sind meine Motivation weiter zu machen.

      Antworten
  2. Michaela Schurink says:

    Wahre Worte! Toll geschrieben!
    Vielleicht verstehen die Leute nach diesem Text, dass die Preise die wir verlangen, mehr als gerechtfertigt sind und weit weg von Wucher oder einer riesigen Marge für die Fotografen sind.

    Antworten

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